Zu wissen, was uns in naher
Zukunft erwartet, scheint zahlreiche Vorteile mit sich zu bringen. Während
Nostradamus mit seinen Prophezeiungen eher Katastrophen bereithält und dem
Okkultismus angehört, bezieht sich die Wissenschaft auf fundierte Daten. Statt Prophezeiung gilt die
Prognostik als zentrales Mittel. Doch was sagt die Wissenschaft zu Nostradamus?
Nostradamus und der Okkultismus
Nostradamus, der als Michel de Nostredame im 16. Jahrhundert in Frankreich aufwuchs, gilt bis heute als der bekannteste Verfasser von
Vorhersagen und als Meister der Prophezeiung. Er selbst beschrieb im Vorwort eines seiner bekanntesten Werke, dass astrologische Konstellationen und göttliche Eingaben ihm das Schreiben möglich machten.
Der junge Mann war Apotheker und wird häufig als Arzt und Astrologe bezeichnet, was jedoch nicht nachzuvollziehen ist. Die Prophezeiungen basieren daher auf astrologischen und historischen Schriften von bekannten Persönlichkeiten und auf seiner hellseherischen Gabe.
Diese hellseherische Gabe ist dem
Okkultismus zuzuordnen. Beim Okkultismus handelt es sich um eine Pseudowissenschaft. Dies bedeutet, dass zwar Aussagen gemacht werden und es behauptet wird, professionell zu arbeiten, jedoch die wissenschaftlichen Kriterien nicht erfüllt werden, sodass man nicht bestätigen kann, ob die Aussagen tatsächlich richtig sind.
Aufgrund dieser Tatsache werden okkulte Bräuche, Rituale und Praktiken auch als esoterisch oder paranormal angesehen. Die meisten Anhänger von Nostradamus gehören einer solchen Gruppierung an. Es ist gewöhnlich, dass Wissen geheim gehalten wird und nur bestimmten Personen zugänglich gemacht wird. Bis heute wird nach neuen Interpretationen der Prophezeiungen gesucht.
Nostradamus ist bekannt für seine Vorhersagen von Katastrophen. Neben seiner bildlichen Sprache und der verwendeten Prosaform wurde vollkommen auf Angaben von Zeit und Namen verzichtet. Dies sorgt dafür, dass die Aussagen sehr allgemein gehalten sind und verschiedene Interpretationen möglich werden.
Auch wenn es keinen Beweis dafür gibt, dass die Vorhersagen tatsächlich zutreffen oder auch so gemeint sind, wie wir sie interpretieren, gilt Nostradamus bis heute als echte Bekanntheit, die auch in
Zukunft noch eine wichtige Rolle spielen wird.
Die Prognostik als wissenschaftliche Vorhersage
Auch die Wissenschaft arbeitet an
Vorhersagen für die
Zukunft. Der grosse Unterschied zu
Nostradamus ist jedoch, dass nicht die Prophezeiung dafür verwendet wird, sondern die
Prognostik. Dies bedeutet, dass die wissenschaftlichen Aussagen auf nachgewiesenen Daten und Studien basieren.
Über den Lauf der Zeit wurden verschiedene Beobachtungen gemacht, Messungen durchgeführt und Proben aus dem Boden und von anderen Substanzen entnommen, genauso wie Statistiken geführt. Mit diesen Ergebnissen kann schliesslich eine Prognose abgegeben werden. Ist die Rede von Prognostik, so kann man davon ausgehen, dass diese mit hoher Wahrscheinlichkeit eintritt, da die Nachweise vorhanden sind.
Die Kritik der Wissenschaft an den Prophezeiungen von Nostradamus hat genau hiermit zu tun. Die Tatsache, dass die Formulierung der Vorhersagen ohne Angabe von genauen Daten erfolgt, ist entscheidend hierfür, dass diese nicht ernst genommen werden. Vonseiten der Wissenschaft wird angenommen, dass jeder die Verse so auslegen kann, wie es für ihn in dieser Situation passt. Metaphern und die Gedichtform lassen sich frei interpretieren, ohne dass es tatsächlich ein richtig oder falsch gibt.
Dies ist unter anderem der Grund, warum die Prophezeiungen dem
Okkultismus angehören und somit als Pseudowissenschaft bezeichnet werden. Für alle, die die Forschung unterstützen und sich auf fundierte Aussagen verlassen möchten, reicht die Datenlage einfach nicht aus.
Wissenschaft und Nostradamus - grundsätzlich gegensätzlich?
Wie man sehen kann, geht es um zwei verschiedene Standpunkte. Auf der einen Seite sind die Anhänger von
Nostradamus, die neben den Prophezeiungen das Paranormale, das heisst die Existenz von höheren Mächten als Glauben haben, in ihr Leben integrieren, und auf der anderen Seite steht die Forschung, die nur Aussagen trifft, die auf nachweisbaren Daten beruhen.
Es stellt sich jedoch die Frage, ob sich die beiden Seiten grundsätzlich ausschliessen. Auf den ersten Blick erscheint es, als seien sie grundsätzlich verschieden. Dies bezieht sich vor allem auf die Herangehensweise. Die Kritik der Wissenschaft bezüglich Nostradamus ist dabei gut nachzuvollziehen, schliesslich sind zahlreiche Auslegungen möglich, die Kunst liegt nur darin, diese ausreichend zu begründen.
Da es demnach auf die eigene Haltung ankommt, wie die Schriften des Meisters verstanden werden, ist es nicht verwunderlich, dass die Aussagen für die
Zukunft oftmals dieselben sind. Der Grund liegt in der Situation, in der die Anhänger leben. Die Realität, die vorzufinden ist, wirkt sich nachweislich auf die Interpretationen aus und ist gleichzeitig Teil der
Prognostik der Wissenschaft.
Welche Seite recht behält und ob man eine davon tatsächlich ausschliessen kann, hängt von jedem Menschen selbst ab. Im Allgemeinen kann man jedoch sagen, dass man sich nicht für eine Seite entscheiden muss. Es ist durchaus möglich, sich eine eigene Meinung zu bilden, die sowohl die Prophezeiung von Nostradamus als auch die Daten der Wissenschaft mit einbezieht.
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