Nach
oben

Die Centurien von Nostradamus

Themen-Beitrag zu Nostradamuskarten

Die Centurien von Nostradamus

Die Centurien von Nostradamus

Nostradamus hat innerhalb von kurzer Zeit über 1000 Prophezeiungen abgegeben, die er sowohl in seinen Almanachen als auch in den Centurien verewigt hatte. Insgesamt ist von sieben Centurien die Rede, von denen jedoch nur vier tatsächlich bekannt sind. Um was es sich dabei tatsächlich handelt und welche Rolle die Sprache spielt, werden wir hier gemeinsam erarbeiten.

Was sind Centurien?

Centurien, oder auch Zenturien geschrieben, stammen ursprünglich aus dem Römischen Reich. Dabei handelte es sich nicht um Gedichte oder eine andere Art von Schriften, sondern um die Heeresaufstellung von insgesamt 100 Mann. Die Zahl ist dabei entscheidend und kann aus dem Lateinischen abgeleitet werden. "Centuria" bedeutet nichts anders als "100".

Natürlich geht es in diesem Fall jedoch nicht um eine militärische Aufstellung, sondern um einen schriftlichen Aufbau, der in der Gedichtswelt vorkommt. So spricht man von einer Centurie, wenn das Schriftstück aus mindestens 100 Versen besteht. In der Regel werden Vierzeiler, sogenannte Quatrains, verwendet. Bei Nostradamus kommen vereinzelt jedoch auch Sechszeiler vor.

Der Begriff beschreibt daher lediglich die Anzahl der Verse, die mindestens zusammengefasst werden müssen, nämlich hundert, damit man diese als Centurien beschreiben darf.

Die Centurien von Nostradamus - Aufbau und Sprache

Nostradamus, der als Michel de Nostredame geboren wurde, war ein Apotheker, der sich viel auf Reisen begab und so sich immer neues Wissen aneignete. Zudem war er bekannt als Arzt und Astrologe, auch wenn es keine Beweise dafür gibt, dass er eine entsprechende Ausbildung absolviert hatte. Er selbst verneinte in der Tat, Astrologe zu sein und nannte sich selbst nur "Sternenfreund".

Seine Bekanntheit bekam er durch seine Prophezeiungen, die er einmal jährlich in Almanachen verbreitete. Diese Vorhersagen galten dementsprechend immer für das laufende Kalenderjahr. Besonders vom französischen Adel bekam er Interesse, die ihn darin unterstützten, die Almanachen zu schreiben. Insgesamt sind über 1000 Vorhersagen bekannt, wobei nicht klar ist, ob es eventuell nicht noch mehr gab.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Centurien. Wie viele es genau waren, ist nicht klar, man weiss aber sicher von vier. Diese liegen unter anderem als Original vor, sodass es hier keine Zweifel gibt. Er begann die Arbeiten an den Centurien im Jahr 1555. Noch in diesem selben Jahr wurden die ersten vier Centurien veröffentlicht. Zusammengefasst in dem Werk "Les Propheties de M. Michel Nostradamus" übersetzt "Die Prophezeiungen des M. Michel Nostradamus" enthielten sie dreimal 100 Verse und einmal 53.

Schaut man sich das Vorwort an, so wird klar, dass er den ersten Teil seinem Sohn César widmete. Seine letzten Centurien erschienen im Jahr 1558, das heisst er schrieb drei Jahre lang an diesem Werk. Er selbst schreibt im Vorwort, dass er sich in den Prophezeiungen an die astrologische Konstellationen hielt und nächtliche Eingaben von Gott diese möglich machten.

Da er hier wieder bewusst die Astrologie nannte, gibt es zu beachten, dass er sich sehr wahrscheinlich auf Schriften bekannter Astrologen stützte. Ebenso sind Ausschnitte von historischen Werken zu finden. Dass er selbst die Astrologie einsetzte, ist nicht zu erwarten, da er bereits in früheren Horoskopen zahlreiche Fehler der Konstellationen betreffend gemacht hatte.

Geht man näher auf die einzelnen Verse ein, so fällt direkt die bildliche Sprache auf. In der Tat hat Nostradamus überwiegend Metaphern in den Versen verwendet. Auch die Sprache an sich ist für diese Zeit sehr ungewöhnlich. Im 16. Jahrhundert wurden Schriften in der Regel auf Latein verfasst, Nostradamus schrieb jedoch auf Französisch.

Es sind inhaltlich weder Zeitangaben noch Namen zu finden, was eine Vielzahl an Interpretationen möglich macht. Auch wenn sie wörtlich nicht auf ein bestimmtes Ereignis hindeuten, so können doch Zusammenhänge hergestellt werden. In Vers 35 zum Beispiel wird das Schicksal von König Heinrich II. beschrieben.

Eine Besonderheit, die man nicht vergessen sollte, ist, dass Nostradamus selbst sagt, dass seine Prophezeiungen von 1555 bis ins Jahr 3797 reichten, was einen Zeitraum von insgesamt 2242 Jahren ausmacht. Diese Zahl, die einzige, die in den Centurien auftaucht, ist dabei nicht frei erfunden. Kurz zuvor hatte seine astrologische Quelle 2242, als das Jahr, an dem die Welt untergeht, bestimmt.

Überlieferungen und ihre Bedeutung für die Aktualität

Auch wenn man die Centurien als Werke aus der Vergangenheit ansehen und und diesen vielleicht keine Bedeutung schenken möchte, so können wir an der einzigen Jahreszahl sehen, dass die Prophezeiungen auch noch für uns wirksam sind. Die Freiheit, eine eigene Interpretation zu finden, beschäftigt bis heute die Anhänger von Nostradamus, die überwiegend okkulten Gruppierungen angehören.

Die Centurien von Nostradamus werden also weiterhin eine wichtige Rolle in der Welt spielen und man sollte stets darauf vorbereitet sein, dass sich zukünftige Katastrophen in den Versen wiederfinden lassen, sodass man seine hellseherische Fähigkeit ein Stück weit nachvollziehen kann.



© Zukunftsblick Ltd.

Rechtliche Hinweise

Weiterempfehlen: