Wer sich mit
Nostradamus beschäftigt und sich für seine
Vorhersagen interessiert, der sollte sich auf jeden Fall auch mit seinem
Leben beschäftigen. Dabei gilt als zentrales Stichwort die
Wanderschaft. Auf den Spuren des Meisters unterwegs zu sein und sein Leben von einer anderen Seite zu betrachten, kann interessante Informationen liefern.
Die Wanderschaft als Symbol für Aufbruch
Wenn man sich die Biografie von
Nostradamus anschaut, dann kann man feststellen, dass zwei Dinge sein
Leben prägten. Zum einen spielte das
Studium stets eine wichtige Rolle und zum anderen war die
Wanderschaft eine wichtige Phase. Dabei ging es nicht allein ums Reisen an sich, sondern die Wanderschaft kann als Symbol des Aufbruchs verstanden werden.
Schaut man sich die verschiedenen Orte und die zugehörige Lebensphase an, so wird klar, dass es für ihn manchmal ein Ausweg war, den Ort zu wechseln oder fast schon eine Pflicht. Ein Beispiel hierfür wäre die Situation nach dem Tod seiner ersten Frau. Aufgrund von Problemen mit den Schwiegereltern und aufkommenden Sorgen, sah er sich in der Pflicht, los zu reisen.
Aber die Wanderschaft war für Nostradamus auch ein Stück Freiheit. Freiheit, die er dem Studium, den Erfahrungen und Kontakten zu anderen Persönlichkeiten widmete. Nostradamus war ein junger Mann mit offenem Geist, dem seine Wissbegierde viele Vorteile brachte.
Versteht man die Wanderschaft also als Symbol für Aufbruch, dann kann man den Impuls fast schon spüren, der in dem jungen Meister der Prophezeiung gebrodelt hat. Sein Leben wurde dadurch so geprägt, dass er den vielen Kontakten und der Weltoffenheit seine hellseherische Gabe und damit auch die Bekanntheit durch seine
Vorhersagen zu verdanken hat.
Orte, die sein Leben prägten
Schaut man sich die verschiedenen Orte an, an denen
Nostradamus gelebt hat, dann erhält man so etwas wie eine Biografie, die jedoch aus einer anderen Sichtweise entsteht. Jeder Ort steht dabei für eine der Lebensphasen des Nostradamus.
Saint-Rémy-de-Provence - die Wiege des Michels
Saint-Rémy, eine kleine Stadt im Süden Frankreichs in der Provence, kann auch als die Wiege des Nostradamus bezeichnet werden. Hier wurde der kleine Michel de Nostredame als ältester von acht Geschwistern geboren. Er wuchs bei seinem Urgrossvater auf. Die Grundlagen seiner Bildung, genauso wie eine strenge, aber ehrliche Erziehung konnte er hier vonseiten seiner Familie geniessen.
Avignon - dem Studium gewidmet
Der Tod seines Urgrossvaters war für Nostradamus ein einschneidendes Erlebnis, sodass er danach, ca. um 1518, seinen Geburtsort verliess, um die staatliche Universität in Avignon zu besuchen. Avignon ist ebenfalls eine Kleinstadt, die jedoch in einem anderen Département, nämlich in Vaucluse, liegt. Hier widmete er sich dem Studium der Rhetorik, genauer gesagt dem Trivium. Nach Ausbruch der Pest musste er dieses abbrechen und wurde Apotheker.
Porte-Saint-Marie - seine erste Ehe
Im Alter von 30 Jahren erhielt er einen Brief von Julius Caesar Scaliger, einem bekannten Humanisten, der ihm anbot, mit ihm in Agen zu arbeiten. Dies brachte Nostradamus schliesslich nach Porte-Saint-Marie, wo er seine erste Frau kennenlernte, diese heiratete und mit ihr zwei Kinder hatte. Im Jahre 1535 verstarb seine Frau an einer unbekannten Infektionskrankheit und so verliess Nostradamus nach insgesamt vier Jahren die Stadt.
Elsass, Lothringen, Italien - Flucht und Freiheit
Nach dem Tod seiner Frau durchlebte Nostradamus eine Krisenzeit. Probleme mit seinen Schwiegereltern, Missverständnisse mit Scaliger und noch weitere Streitigkeiten zwangen ihn dazu, wieder auf
Wanderschaft zu gehen. Insgesamt war er fünf Jahre im Elsass, Lothringen und in Italien unterwegs, Einzelheiten hierzu sind jedoch nicht bekannt.
Marseille - neue Herausforderung
Das Jahr 1544 läutete eine neue Etappe ein. In dieser Zeit unterstützte er den Arzt Louis Serre bei der Bekämpfung der Pest. Im Anschluss soll Nostradamus selbst in diesem Bereich gearbeitet haben. 1547 starb sein Vater und kurz danach lernte er seine zweite Ehefrau kennen, mit der er sechs Kinder hatte. Da diese vermögend war, konnte er sich voll und ganz auf das Schreiben seiner
Vorhersagen konzentrieren.
Salon-de Provence - sein Lebensende
Im Jahre 1566, im Alter von 62 Jahren, verstarb Nostradamus in Salon-de Provence. Er wurde in der dortigen Kirche bestattet. Der Ort wurde jedoch während der Französischen Revolution verwüstet, sodass es heute keine Grabstätte mehr von ihm gibt.
Prägende Einschnitte an Orte gebunden
Man kann also sehen, dass die
Wanderschaft, die so zu dieser Zeit nicht üblich war, mit den Phasen seines Lebens zu tun hatte. Mit dem Ortswechsel begann für ihn jeweils eine neue Etappe und Herausforderung, die er sich selbst suchte. Als Meister der Prophezeiung konnte er von der Weltoffenheit profitieren und fand schliesslich den Ort, an dem er seine hellseherische Fähigkeit voll und ganz ausleben konnte. Das Ergebnis versteht sich in mehr als 1000
Vorhersagen, die bis heute ihre Wirkung zeigen.
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